Wolfshöhle
Wolfshöhle       Info       Service       E-höhle       Links       Kontakt         
Forschungsgeschichte
Archäologie
Geologie
Der Neandertaler
Publikationen
 

Ristikko


Kivet

Archäologie

In der Wolfshöhle wurden etwa 200 Objekte und etwa 600 Abschlagreste gefunden. Unter den Objekten befinden sich u. a. ein einseitiger Zündbolzen, ein eingekerbtes Objekt, ein breiter Seitenschaber und ein Schlagstein. Als Rohmaterial für die Steinobjekte dienten Feinschluff, Quarz und Quarzit. Da in der Gegend keine natürlichen Vorkommen von Feinschluff und Quarzit bekannt sind, muss angenommen werden, dass diese Rohmaterialien von anderswo kamen. Verwendet wurden außerdem Vulkanit, Sandstein und Jaspis.

Charakteristisch für die Steinobjekte der Schichten IV-V ist, dass sie unterschiedliche Fertigungstechniken gleichzeitig aufweisen. Die von ihren Bearbeitungseigenschaften her hochwertigeren Steinsorten wie das feinkörnige Quarz und der rote Feinschluff wurden mit Verfahren bearbeitet, die für das mittlere Paleolithikum typisch sind. Für Sandstein, Quarz und Quarzit fand die sogenannte Clacton-Technik Anwendung.

Die in der Höhle gefundenen Steinobjekte und Abschlagreste bieten nicht genügend Material für eine Typologisierung, aber sie weisen auf eine Schlagtechnik hin, die der Moustérian-Kultur zugerechnet werden kann. Auch die aus Abschlagresten geformten Objekte aus Quarz und Feinschluff deuten auf dasselbe hin, obwohl sie nicht bestimmten Objekttypen zugeordnet werden können. Die Objekte weisen keine Spuren der Levallois-Technik auf, was wahrscheinlich auf das Fehlen von hochwertigem Kiesmaterial zurückgeführt werden kann.

Bisher wurden noch keine Knochenfunde gemacht, die vor der Eiszeit datieren. Dagegen wurden zahlreiche Knochen von Tieren gefunden, die nach der Eiszeit in der Höhle hausten. Während der Grabungen im Sommer 2004 wurde in der Höhle ein Knochensplitter gefunden, der bei den Forschern Hoffnungen weckte. Leider erwies sich der Knochensplitter als zu klein, um eine Datierung vorzunehmen.

Die Untersuchungen der Wolfshöhle haben auch außerhalb der Grenzen Finnlands großes Interesse geweckt. Es handelt sich um die einzige Stätte Fennoskandinaviens, an der Spuren von menschlichen Wohnstätten aus der Zeit vor der letzten Gletscherbildung gefunden wurden. Die Debatte wurde insbesondere von der Frage nach der Menschenrasse der Höhlenbewohner angeregt. Die Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass es sich um Neandertaler handeln muss, die in Europa vor 300 000 – 30 000 Jahren lebten.

 

Druckversion Sitemap